Gargantua, Honoré Daumier

Im August 1932 wird der Karikaturist Honoré Daumier ins Gefängnis geworfen. Er muss dort sechs Monate absitzen und außerdem 500 Francs Strafe zahlen. Das Regime von König Louis Philippe (1830 – 1848) wirft ihm vor, eine Serie von Karikaturen gegen den Souverän hergestellt zu haben. Die Lithographie Gargantua ist eine davon. Diese Zeichnung war am 16. Dezember 1831 in der Zeitung der republikanischen Opposition, La Caricature, erschienen. Was ist darauf zu sehen ?

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Sarah Bernhardt, Felix Nadar, 1865

Ihr Antlitz ist uns zugewandt, aber sie selbst schenkt uns keine Beachtung. Nachdenklich, melancholisch, leidenschaftlich ist ihr Blick auf ein  geheimnisvolles Anderswo fixiert. Sarah Bernhardt scheint hier in einer Theaterszene zu spielen, gequält von einem Liebesdrama, von einem bestimmten, finsteren und großartigen Schicksal aufgezehrt. Aber nichts davon ist der Fall. Die Schauspielerin posiert hier im Pariser Atelier von Felix Nadar, dem brilliantesten französischen Fotografen des 19. Jahrhunderts. Er ist für seine Portraits berühmter Persönlichkeiten seiner Zeit bekannt, unter anderem derjenigen von George Sand, Alexander Dumas, Victor Hugo, Auguste Rodin, Charles Beaudelaire. weiterlesen „Sarah Bernhardt, Felix Nadar, 1865“

Die Büste « Goethe », Pierre-Jean David, genannt David von Angers

Unter den seltenen Porträts von Goethe ist dieses dasjenige, das eine breite Textproduktion nach sich zog. Es wurde vom Bildhauer David d’Angers geschaffen, der für seine Porträts großer zeitgenössischer Persönlichkeiten bekannt ist. Fasziniert von der deutschen Romantik machte er Goethe zu seinem absoluten Idol. Vom Wunsch getragen, das Profil Goethes in einer Skulptur zu verewigen, reist der Künstler nach Weimar, wo Goethe seine Bewunderer zu empfangen pflegt. weiterlesen „Die Büste « Goethe », Pierre-Jean David, genannt David von Angers“

Der Knabe mit dem Kreisel, Jean Siméon Chardin

Im Jahrhundert der Aufklärung erwecken Kinder und ihre Erziehung die Aufmerksamkeit der Philosophen und der Künstler. Jean Siméon Chardin widmet ihnen mehrere Gemälde, darunter auch jenes, welches um 1738 gemalt wurde. Er ist der Erste, welcher mit einem solch ausgeprägten Scharfblick die Psychologie des Kindes und dessen Welt- bestehend aus Fantasie und Sorglosigkeit- erfasst und malt.
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Die Wiege, Berthe Morisot

Obwohl das impressionistische Talent von Berthe Morisot spät erkannt wurde, wurde es dennoch schon früh von Seiten der Kunstkritik gelobt. „Nichts ist wahrhaftiger und zugleich zärtlicher als diese Mutter, die sich über eine Wiege beugt, in der ein einschlafendes Kind mit zartrosa Wangen durch den blass schimmernden Mousseline sichtbar wird“, so schreibt der Kritiker Jean Prouvaire über „Le Berceau“. Dieses Gemälde, das das berühmteste der Künstlerin ist, wird 1874 im „Salon des Refusés“ ausgestellt, wo die 1. impressionistische Ausstellung stattfindet. Berthe Morisot ist die einzige Frau, die mit der avantgardistischen Künstlergruppe ausstellt. weiterlesen „Die Wiege, Berthe Morisot“

Ernest Pignon – Ernest, Aus der Serie „Epidemien“, Neapel

Für Ernest Pignon-Ernest ist die Straße nicht nur eine Quelle der Inspiration. Mit ihrem „poetischen, dramatischen und suggestiven Potential“ ist sie auch das Rohmaterial des Kunstwerkes! Als Pionier der Street-Art (1), klebt der aus Nizza stammende Künstler seit vierzig Jahren seine Zeichnungen an die Mauern der ganzen Welt. Die von ihm dargestellten Körper werden oft verherrlicht, oder aber gedemütigt, gepeinigt; sie leiden. Aber „das Kunstwerk ist nicht meine Zeichnung“, erklärt er.  „Dieses entsteht durch die Wirkung derselben am Ort!“ weiterlesen „Ernest Pignon – Ernest, Aus der Serie „Epidemien“, Neapel“

Der Walzer, Camille Claudel

Als Camille Claudel 1889 mit ihrer Arbeit an dem „Walzer“ beginnt, ist sie Schülerin im Atelier von Rodin. Für den Meister ist sie auch Muse, Mätresse und eine Nacheiferin, wovon sie sich zu befreien träumt, um ihren eigenen Stil durchsetzen zu können. Mythologische Sujets ablehnend, ist sie bestrebt körperliche und seelische Impressionen zum Ausdruck zu bringen. „Der Walzer“ veranschaulicht diese künstlerische Suche. weiterlesen „Der Walzer, Camille Claudel“

Straßencafé auf der Place du Form in Arles, am Abend – Van Gogh

Als er 1888 nach Arles kam, hatte Van Gogh nur eines im Sinn: den Nachthimmel zu malen, der ihn eindringlich faszinierte. Er hat diesem Sujet drei Gemälde gewidmet (1). Das erste davon trägt den Titel „Straßencafé auf der Place du Forum in Arles, am Abend („Terrasse du Café sur la Place du Forum à Arles, le soir“). Der Maler ist der Straße zugewandt, sodass er sie in ihrer Tiefe überblickt. Auf diese Art kann er das Bild um einige Elemente anreichern, darunter das Straßencafé, das von einer Gaslampe mit Licht durchflutet wird.

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Das Denkmal für Balzac – Auguste Rodin

1891 beschließt die „Société des Gens de Lettres“* den Autor der „Comédie humaine“ ** zu ehren und ihm ein Denkmal zu setzen. Rodin, der zu dieser Zeit noch weitgehend unbekannt ist, wird dennoch dazu auserwählt eine Statue anzufertigen, die im Palais Royal aufgestellt werden soll. Für die Arbeit an diesem Werk wird er all seine Kräfte freisetzen und seine ausgeprägte Hartnäckigkeit an den Tag legen. Welch eine Herausforderung…. in der Tat! Honoré de Balzac war eine große Persönlichkeit, deren körperliche Dimensionen nur von jenen seines Ansehens erreicht werden konnten. Darüber hinaus ist es Rodin gewohnt mit lebenden Modellen zu arbeiten. Balzac ist jedoch schon seit vierzig Jahren tot! weiterlesen „Das Denkmal für Balzac – Auguste Rodin“